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Tragen

Warum ist es gut, sein Baby im Tragetuch zu tragen?

  • Das Getragenwerden direkt am Körper von Mutter oder Vater, entspricht der Natur eines Kindes nach sicherer Geborgenheit.
  • Babys, die häufig getragen werden, entwickeln weniger Verlustängste, sie weinen auch seltener und werden allgemein früher selbständig.
  • das Tragetuch fördert die korrekte Hüftentwicklung. Das Baby sitzt in der physiologisch korrekten Spreiz-Anhock-Haltung. So wird einer Hüftdysplasie vorgebeugt. Diese Erkrankung ist übrigens bei Völker, die Ihre Babys traditionell viel im Tuch tragen, völlig unbekannt.
  • Man hat wieder Hände und zwar Beide! Mit einem Baby auf dem Arm ist man selbst ziemlich eingeschränkt. Mit dem Kind im Tragetuch kann man sich frei bewegen...
  • Man muss keinen Kinderwagen vor sich her schieben: besonders in Öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Treppensteigen und im dichten Einkaufsgewühl ist das sehr praktisch.
  • Man kann das Tuch einfach einpacken, eine Tasche reicht aus - es ist damit viel handlicher als ein Kinderwagen.
  • Man hat sein Kind direkt bei sich, ganz nah. Ich habe es sehr genossen an meiner Kleinen rumzuschnuffeln, sie zu umarmen und zu küssen, wenn ich sie im Tuch direkt vor vor hatte (sonst natürlich auch und immer noch ;-)). Im Kinderwagen ist das Kind soo weit weg.
  • bei Regen und Kälte kann das Kind unter der Jacke getragen werden (am besten mit einer Mutter-und-Kind Jacke) und es gibt keinen Kampf mit dem Regenschirm oder der Kinderwagenabdeckung.
  • Tragetücher haben einen sehr hohen „Heia-faktor“. Wenn unsere Kleine im Tuch war, konnte ich sicher sein, das sie in Ruhe schlafen kann. Besonders in der ersten Zeit, als sie von Bauchweh geplagt wurde, war das Tuch eine große Erleichterung. Schreiendes Kind rein - raus an die Luft - bis an die Straßenecke war sie sicher eingeschlafen...
  • Bei Babys mit besonderen Bedürfnissen (so genannten „Schreikindern“) ist das Tragetuch oft eine sehr große Hilfe, um dem Kleinen zu helfen, wieder zu sich zu finden und zur Ruhe zu kommen.
  • Man kann das Tuch sehr lange benutzen. Dank der verschiedenen Bindeweisen kann man auch ältere Kinder darin tragen.
  • Man kann das Tuch auch als Sonnenschutz, Hängematte, Decke, Schaukel und Federwiege (in Verbindung mit dem Lana Schwingset) verwenden.
  • Dank der guten Qualität, der hier angebotenen Tücher, kann man es auch noch weitervererben.

Wie geht das mit dem Binden?

Eigentlich ist es gar nicht schwer. Jeder, der sich seine Schuhe alleine zubinden kann, ist technisch auch in der Lage, ein Tragetuch zu binden. Wie vieles im Leben, erfordert es nur ein wenig Übung. Leichter verständlich sind die Bindeweisen, wenn Ihr sie Euch zeigen lasst. Gerne führe ich Euch die verschiedenen Techniken, am besten mit Eurem eigenen Baby, vor und helfe Euch beim ersten Anlegen. Ihr könnt Euch bei mir auch eine sehr gute DVD ausleihen, die alle Bindeweisen ausführlich erklärt. Zudem liegt jedem Tragetuch eine Erklärung der Bindeweisen in Text und Bild bei, so dass man die einzelnen Schritte gut nachvollziehen kann.

Mit dem Modell „Till“ von Didymos zeige ich euch hier meine Lieblingsbindeweise Wickelkreuztrage mit der Bauchbinde vorne. Diese Bindeweise finde ich superpraktisch, weil man sie ohne Kind binden kann. Das heißt, das Kind wird in das fertig gebundene Tuch gesteckt. Super, wenn man zum Beispiel vom Autositz ins Tuch wechselt.
[mit freundlicher Genehmigung von Didymos]

Allgemeines zu den angebotenen Tragetüchern

Alle hier angebotenen Tragetücher erfüllen die wichtigen Voraussetzungen:

  • querelastische Webart, dadurch diagonal dehnbar
  • doppelt umgenähte Webkanten
  • umwelt- und hautfreundliche Produktion und Färbung, schadstoffkontrolliert (ÖkoTex100 Standard oder IVN, kbA-Baumwolle, schwermetallfrei, Didymos und Bebina sind auch schon ÖKÖ-Test „Sehr gut“ getestet...)
  • sozialverträgliche Produktion (faire Löhne/ keine Kinderarbeit)
  • Auch wenn man alle Tragetücher theoretisch bei 60 °C waschen kann, empfiehlt sich sie nur bei 40 °C zu waschen und nicht im Trockner zu trocknen

Spezielles zu Jersey-Tragetüchern

Was ist das Besondere an einem Jersey-Tragetuch?

Im Gegensatz zu einem gewebten Tragetuch ist ein Tragetuch aus Jersey-Strickstoff wesentlich elastischer. Wie ein weiches Stretch-Oberteil passt es sich dem Körper Ihres Babys und Ihrem eigenen Oberkörper an.

Dank des Stretch-Anteils können Ihr Baby ohne große Mühe ins Tuch setzen und wieder herausnehmen. Das Tuch passt sich stets Ihrem Körper an. So sehen Sie mit einem Jersey-Tuch auch ohne Baby „gut angezogen“ aus.

Die Stoffbahnen werden bei einem Stretch-Tragetuch so breit wie möglich über Ihren eigenen Schultern und den gesamten Rücken auseinander gezogen: Das garantiert beste Gewichtsverteilung und minimale Belastung Ihrer Schultern!

Ist denn mein Baby in einem Jersey-Tragetuch auch genügend gestützt?

Tatsächlich ist ein Jersey-Tragetuch genauso sicher und stabil wie ein gewebtes Tragetuch, stützt den Rücken Ihres Babys, vorausgesetzt Sie verwenden die richtige Bindeweise und binden das Tuch auch wirklich fest genug!

Wichtig ist natürlich auch die Qualität des verwendeten Jerseys: Der Strickstoff darf nicht zu wenig und nicht zu viel Stretch haben, nicht zu dick und nicht zu dünn sein, auch nach langem Tragen und vielen Monaten nicht ausleiern.

Der von den Herstellern MaM Wrap und Moby Wrap verwendete Strickstoff ist in der Querrichtung besonders elastisch, in Längsrichtung dagegen gibt der Stoff nur minimal nach - somit ist wirklich eine gute Stützfunktion gegeben!

Und was genau muss ich beim Binden eines „Stretch“-Tragetuchs beachten?

Es sollten ausschließlich Bindeweisen, die mit drei Lagen Stoff arbeiten und (mit der 3. Lage Stoff) eine breite Querbahn über dem Rücken Ihres Babys vorsehen, gebunden werden. (Wickelkreuztrage, Kreuzwiege, evtl. Wickelrucksack). Nur so ist die notwendige Stabilität und Sicherheit Ihres Kindes gewährleistet.

Und was sind nun die Nachteile gegenüber dem klassischen gewebten Tragetuch?

Für ältere, schwerere Kinder und speziell für das Tragen auf dem Rücken bevorzugen viele Eltern ein gewebtes Tuch, da dieses bei stärkerer Gewichts-Belastung nicht weiter nachgibt und ältere Kinder besser stützen kann.

Prinzipiell sind mit einem gewebten Tuch mehr Variationsmöglichkeiten und Bindetechniken möglich als mit einem Jersey-Tragetuch, das immer von der gleichen Grund-Bindeart ausgeht.

Bindetechniken, die „am Kind“ gebunden und nachträglich festgezogen werden, sind mit einem Stretch-Tragetuch viel schwerer zu binden. Hier bedarf es schon einiger Übung (und eines nicht zu schweren Babys), um das Jersey-Tuch eng genug zu bekommen.

Jersey-Tragetuch oder „klassisches“, gewebtes Tragetuch - was soll ich nun nehmen?

Das müssen Sie letztendlich selbst herausfinden, wie so viele Entscheidungen ist auch diese Wahl immer subjektiv und vom Einzelnen abhängig… Aber vielleicht hilft Ihnen diese kleine Zusammenfassung ein wenig:

Jersey-Tragetücher sind ideal für Eltern,

  • die möglichst nur eine einfache Grund-Binde-Technik lernen wollen
  • Ihre Babys oftmals zwischendurch aus dem Tragetuch herausnehmen und wieder hineinsetzen und dabei das Tuch anlassen wollen,
  • vorgebundene Tragetechniken bevorzugen
  • vor allem in den ersten 6-9 Monaten und vor allem vor dem Bauch tragen wollen
  • oder ein günstiges Zweit-Tragetuch suchen und gerne etwas Neues ausprobieren wollen

Gewebte Tragetücher sind ideal für Eltern,

  • die viele Variationsmöglichkeiten offen haben möchten
  • die Enge und Stabilität des Tragetuchs ganz individuell auf Ihr Baby einstellen wollen,
  • sowohl vorgebundene Bindeweisen als auch Tragetechniken verwenden wollen, bei denen „am Kind“ gebunden wird,
  • planen, Ihr Kind auch über 9 Monate hinaus noch oft zu tragen
  • Ihr Kind viel auf dem Rücken tragen wollen
  • gerne längere Spaziergänge und Wanderungen unternehmen

Quellenangabe: z.t. http://www.didymos.de/ und http://www.wickelkinder.de/